Ein Tag wie jeder andere?

Ein Tag wie jeder andere?

Sonntag, 2. April 2017. Noch ist Licht, doch es dämmert. Fortwährende Veränderung. Man mag sagen, es war nur ein Tag. Doch jeder Tag ist einzig. Wenn ich mit Hochzeitspaaren spreche, dann wird viel für einen Tag geplant, durchdacht und organisiert. Der Tag soll einzigartig werden. Doch ist nicht jeder Tag ein einzigartiger – wie heute? Die häufig anzutreffende Todesvergessenheit dieser Zeit ist m.E. ein Grund für die Gleichmacherei der Zeit. Sie ist ein Irrtum. Todesvergessenheit ist ein Irrtum im wörtlichen Sinn: eine falsche Annahme über uns selbst. Ein nicht zutreffendes Selbstbild, eine Illusion. Der Blick in den Tod bewirkt das Gegenteil: die Aufwertung der Zeit, die niemals gleich ist. Alles hat seine Zeit, wie es so schön im bekannten Prediger-Text lautet. Bewusst wird uns das oftmals erst so richtig in einem Todesfall. Dann merken wir: Die Zeit ist nicht gleich. Von einem Augenblick zum anderen kann eine Welt vergehen und entstehen. Der Tod ist ein Lehrer, seine eigene Zeit richtig zu beurteilen. Daran erinnert auch Psalm 90, wo im Vers 12 steht: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ Noch ist Sonntag, der 2. April 2017. Eines Tages werde ich sterben. Aber an den anderen Tagen nicht. Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen. Danke dafür.

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